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Hier dreht sich alles um die Ernährung von Hund und Katze

Immer mehr Menschen beschließen, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Ernährungsformen liegt im Umfang des Verzichts tierischer Produkte.
Vegetarier verzichten in der Regel auf Fleisch und Fisch, konsumieren aber oft andere tierische Produkte, wie zum Beispiel Milch, Eier oder Honig.
Veganer verzichten auf alle Produkte tierischen Ursprungs. Sie essen also weder Fleisch und Fisch, noch Milchprodukte, Eier oder Honig. Auch nutzen sie im Alltag keine von Tieren abstammenden Produkte, wie zum Beispiel Leder oder Wolle.

Gründe, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, gibt es einige:
• Umwelt- und Klimaschutz
Die Fleischproduktion trägt erheblich zu Treibhausgasemissionen, Abholzung von Wäldern und einen sehr hohen Wasserverbrauch bei. Daher entscheiden sich viele Menschen dazu, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.

• gesundheitliche Aspekte
Eine ausgewogene vegetarische oder vegane Ernährung kann gesundheitliche Vorteile bringen. Das Risiko von Übergewicht, Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme soll reduziert werden.

• ethische Gründe
Der Umgang mit Tieren in der Massentierhaltung, der Einsatz von teils unnötigen Medikamenten und die immer noch weit verbreiteten schlimmen Haltungsbedingungen.

• mehr Alternativen
Durch den gesellschaftlichen Wandel und das größere Bewusstsein der negativen Auswirkungen der Fleischproduktion, wächst auch das Angebot und die Qualität von vegetarischen und veganen Alternativprodukten. Supermärkte, aber auch Restaurants, bieten immer mehr pflanzliche Alternativen an.

Vielleicht ernährst du dich bereits vegetarisch oder vegan und überlegst, ob diese Ernährungsform nicht auch für deinen Vierbeiner geeignet wäre.

vegetarische oder vegane Fütterung beim Hund
Hunde sind fakultative Karnivoren. Das bedeutet, sie ernähren sich hauptsächlich von Fleisch, sind aber auch in der Lage, einen gewissen Grad an pflanzlicher Kost zu verdauen. Wölfe und wildlebende Hunde finden manchmal tagelang keine Beute und können sich in dieser Zeit von Obst und Gräsern ernähren. Aber natürlich nicht dauerhaft. Denn nur Fleisch, Innereien und Knochen liefern ihnen alle nötigen Vitamine, Mineralstoffe, Amino- und Fettsäuren. Zwar kann der Hund auch Vorstufen einiger in Pflanzen vorkommenden Vitamine umwandeln, allerdings nur in geringen Maßen. Er müsste schon kiloweise Gemüse fressen.

Einige Nährstoffe kommen aber auch nur in tierischer Nahrung vor. Das bedeutet, wenn du deinen Hund vegetarisch oder vegan ernähren möchtest, musst du zwangsläufig Nahrungsergänzungsmittel einsetzen, um die Nährstoffdeckung zu gewährleisten.
Wenn du keine tierischen Komponenten füttern möchtest (oder kannst), musst du mehr Kohlenhydrate und Fett füttern, damit der Energiebedarf gedeckt ist. Aber nicht jeder Hund verträgt so viel Fett. Auch kann pflanzliches Fett von Hunden nicht so gut verwertet werden wie tierisches. Teste dich am besten erst einmal langsam an die Fettfütterung heran und erhöhe die Menge nur in kleinen Schritten um zu testen, wie viel dein Hund verträgt. Je weniger Fett du füttern kannst, desto mehr Kohlenhydrate musst du füttern. Das birgt wiederum den Nachteil, dass Kohlenhydrate (nicht nur Getreide) antinutritive Stoffe enthalten, die die Aufnahme wichtiger Nährstoffe behindern, darunter einige Mineralien und Spurenelemente. Das bedeutet, dass du bei einem hohen Kohlenhydratanteil in der Fütterung (bei mehr als 10%) unbedingt Mineralstoffe ergänzen solltest.
Hunde brauchen außerdem ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Kohlenhydrate und pflanzliche Fette sind sehr Omega-6-fettsäurelastig, welche entzündungsfördernd wirken. Also musst du deinem Hund noch ein gutes Omega-3-Öl ins Futter geben. Denn besonders die essenziellen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sind überlebensnotwendig!

Du kannst dir auch gerne einmal die Verdauung von Hunden genau ansehen.
Die Verdauung beginnt bereits im Maul. Der Hund hat über die Jahrhunderte ein Enzym im Speichel entwickelt, die Amylase, welche dafür sorgt, dass Kohlenhydrate aufgespalten und verdaut werden können. Allerdings nur in Maßen.
Auch das Gebiss eines Hundes weist darauf hin, dass er nicht als Pflanzenfresser geschaffen wurde. Es besteht aus großen Reißzähnen und nur kleinen Mahlzähnen.
Wenn du nun einmal den Darm von Pflanzenfressern und Fleischfressern vergleichst, wirst du feststellen, dass der von Pflanzenfressern fast doppelt so lang im Vergleich zu ihrer Körpergröße ist, wie der von Fleischfressern. Das liegt daran, dass Pflanzen eine sehr viel längere Verdauungszeit benötigen. Daher haben viele Pflanzenfresser (zum Beispiel Rinder, Schafe, Ziegen, Giraffen, Antilopen,…) auch vier Mägen und mehrere Gärkammern.

Wie kannst du die einzelnen Nährstoffe bei einer vegetarischen Fütterung zuführen?
• Proteine:
Hunde haben einen viel höheren Proteinbedarf als wir Menschen. Du kannst tierisches Protein über Milchprodukte und Eier ergänzen. Da musst du aber individuell schauen, wie viel dein Hund verträgt. Einige Hunde vertragen Laktose nur in Maßen.

• Fett:
Du kannst mit Kokosöl arbeiten, da es ein Pflanzenöl mit weniger Omega-6-Fettsäuren ist. Allerdings gibt es bei diesem Öl wieder Bedenken zwecks des ökologischen Fußabdrucks.

• Omega-3-Fettsäuren:
Dafür eignet sich zum Beispiel ein Hanföl. Es enthält allerdings EPA und DHA nicht in direkter Form, muss also noch vom Körper umgewandelt werden. Und dies geht leider immer mit Verlusten einher. Andere Pflanzenöle haben aber teils einen sehr hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren, was wiederum sehr nachteilig wäre.

• Spurenelemente:
Es wird vermutet, dass Spurenelemente aus Pflanzen von Hunden nicht so gut aufgenommen und verwertet werden können, wie aus Tierischem. Ein Präparat mit den verschiedenen Spurenelementen ist daher unbedingt zu empfehlen. Besonders, da ein hoher Kohlenhydratanteil in der Fütterung die Aufnahme vieler Spurenelemente durch die enthaltenen antinutritiven Stoffe behindern kann.

• Vitamine:
Viele Vitamine sind nur in tierischen Komponenten enthalten, zum Beispiel Vitamin D und B12. Die fehlenden Vitamine müssen unbedingt in richtiger Dosierung über Nahrungsergänzungsmittel hinzugefügt werden.

Der Unterschied bei einer veganen Fütterung:
Bei einer veganen Fütterung wird es schon deutlich schwieriger, da du in dem Fall auch keine Milchprodukte oder Eier füttern kannst. In dem Fall bleiben nur pflanzliche Proteine, zum Beispiel Soja oder Hülsenfrüchte. Aber auch hier solltest du erst die Verträglichkeit testen. Oft führt ein hoher Konsum von Hülsenfrüchten zu unerwünschten Blähungen. Auch ist die sogenannte „biologische Wertigkeit“ aus pflanzlichen Proteinen geringer, als aus tierischen Proteinen. Es kann zu deutlich höherem Kotabsatz kommen, da Pflanzen einen hohen Ballaststoffanteil haben, welche bei Überschuss unverdaut wieder ausgeschieden werden. Auch haben pflanzliche Proteinquellen eine andere Aminosäurezusammensetzung als tierische, welche nicht optimal ist. Das führt dazu, dass deinem Hund bei einem Verzicht auf tierisches Protein wichtige Aminosäuren fehlen. Diese musst du mit Nahrungsergänzungsmitteln hinzufügen.

Egal, ob vegetarisch oder vegan: du musst unbedingt die richtigen Nahrungsergänzungsmittel nutzen, damit dein Hund keinem Nährstoffdefizit unterliegt. Und das ist nicht immer so einfach, besonders bei einer veganen Fütterung.
Das solltest du bitte nie „einfach so“ machen, sondern immer mit professioneller Betreuung, die den Futterplan einmal für deinen Hund durchrechnet und prüft, ob er wirklich mit allem ausreichend versorgt ist. Denn Mangelerscheinungen treten erst sehr sehr spät auf, da Hunde einen Nährstoffmangel unheimlich lange kompensieren können. Der Körper zieht sich die Nährstoffe aus den Reserven. Es kommt zum Muskelabbau. In Folge dessen kann es zu Erkrankungen und gesundheitlichen Einschränkungen kommen, die teilweise irreversibel sein können.

Ich finde es natürlich absolut verständlich, dass man Massentierhaltung keinesfalls unterstützen möchte und den eigenen ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich halten möchte. Allerdings muss man sich, finde ich, auch fragen, ob es sinnvoll ist, einen fakultativen Karnivoren rein pflanzlich zu ernähren.
Außerdem werden für Hundefutter keine Tiere extra geschlachtet! In der Lebensmittelindustrie wird sehr Vieles von geschlachteten Tieren gar nicht verwertet, weil sie als „ungenießbar für den Menschen“ gelten. Das trifft aber nicht auf Hunde zu. Beim Geflügel zum Beispiel werden im Schnitt nur ca. 70% von Menschen verwertet. Bei Rindern und Schafen sind es sogar nur ca. 50%. Ein Großteil dieser Schlachtnebenprodukte wird für Hunde- und Katzenfutter verwendet. Und es wäre auch wirklich schlimm wenn nicht, da sonst das halbe geschlachtete Tier im Müll landen würde!

Die Schlachtnebenprodukte werden in 3 Kategorien eingeteilt:
• Kategorie 1 → darf für Tierfutter NICHT verwendet werden:
– Tiere, welche eingeschläfert werden mussten.
– Tiere und deren Nebenprodukte, die mit übertragbaren Krankheiten (Tierseuchen) belastet sind oder bei denen BSE („Rinderwahnsinn“) festgestellt wurde.
Diese Tiere werden verbrannt.

• Kategorie 2 → darf für Tierfutter NICHT verwendet werden:
– Tiere und deren Nebenprodukte, denen verbotene Stoffe verabreicht oder bei denen Rückstände von Umweltgiften gefunden wurden (getötete Haustiere, Zootiere, Labortiere, Inhalt von Magen, Darm und Blase).
– Tiere, die durch natürliche Ursachen oder Unfälle gestorben sind.
– Getötete Wild- und Nutztiere, die nicht geschlachtet wurden.
– Tiere mit Merkmalen von Krankheiten.
Diese Tiere dürfen noch in einer Biogasanalge verwendet werden.

• Kategorie 3 → darf für Tierfutter verwendet werden:
– Tiere und deren Nebenprodukte, die genusstauglich sind, aber üblicherweise von Menschen nicht verzehrt werden
(zum Beispiel Luft- und Speiseröhren, Leber, Pansen, Herzmuskelfleisch, Ohren, Zunge, …)
– Tiere und deren Nebenprodukte, die genusstauglich sind, aber für Menschen nicht geeignet sind
(zum Beispiel Stichfleisch, Knochen, Innereien, Knorpel, Pansen, Euter, entleerte Schweinsblasen, Häute, Hufe, Hörner, Borsten, Federn, …)
– Rohmilch von gesunden Tieren
– Fische und Meerestiere
– Blut
Es handelt sich hierbei um schlachttaugliche Tiere. Jedes Tier wird vor dem Schlachten von einer/einem Tierärztin/Tierarzt begutachtet.

Zu den als tierische Nebenprodukte deklarierten Futtermitteln können also sowohl nährstoffreiche Innereien wie Leber, Milz und Niere sowie gut verdauliches Herzmuskelfleisch gehören als auch schwer verdauliche bzw. nährstoffarme Bestandteile wie Häute, Krallen, Schnäbel oder auch Grieben.

Ich rate von einer vegetarischen oder veganen Fütterung bei Hunden im Wachstum, bei trächtigen und bei laktierenden Hündinnen dringend ab! Der Nährstoffbedarf ist viel höher und es gibt bisher noch keine Studien darüber und über eventuelle Spätfolgen.

vegetarische oder vegane Fütterung bei der Katze
Katzen sind strikte Karnivoren und haben besondere Bedürfnisse und einen speziellen Nährstoffbedarf. Sie sind enährungsphysiologisch gar nicht darauf ausgelegt, sich pflanzlich zu ernähren. Sie können zum Beispiel einige Vitamine, Aminosäuren und Fettsäuren nicht aus pflanzlichen Vorstufen synthetisieren und müssen diese in direkter Form zu sich nehmen. Und diese sind fast ausschließlich in Fleisch und Innereien.
Außerdem ist der Proteinbedarf nochmal sehr viel höher als bei Hunden und sie können tierisches Protein deutlich besser verwerten als pflanzliches.

Ich möchte daher auch gar nicht auf eine vegetarische, geschweige denn vegane Fütterung für Katzen eingehen.
Wenn deine Katze aus gesundheitlichen Gründen weniger tierische Nahrung bekommen muss, empfehle ich dir unbedingt eine professionelle Tierernährungsberatung zur Hilfe zu nehmen.

Bei Hunden ist es prinzipiell schon einfacher umzusetzen, aber auch hier solltest du dir lieber einen Futterplan professionell erstellen lassen, damit dein Vierbeiner mit allen Nährstoffen richtig versorgt ist.
Es ist auch möglich, nicht gleich auf eine vegetarische oder vegane Fütterung zu wechseln, sondern einen Veggie-Day wöchentlich einzulegen oder die tierischen Komponenten erst einmal nur zu reduzieren. Aber auch hier solltest du natürlich den Nährstoffgehalt der Fütterung im Auge behalten.

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