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Hier dreht sich alles um die Ernährung von Hund und Katze

Vielleicht überlegst du, deinem Hund oder deiner Katze das Futter selbst zusammenzustellen aber BARF kommt aus verschiedensten Gründen nicht infrage. Das ist gar kein Problem, denn du kannst auch bei einem Nassfutter selbst bestimmen, was drin sein soll. So kannst du auch mit einem Nassfutter ganz individuell auf eventuelle Erkrankungen oder Unverträglichkeiten eingehen.
Du solltest nur ein paar Dinge beachten, damit dein Liebling auch mit allen Nährstoffen versorgt ist.

Was du zuallererst benötigst, ist eine Reinfleischdose. Das kann vom Rind, Huhn, Pferd, Lamm, etc. sein. Wähle eine Sorte, die dein Tier gerne frisst und verträgt.
Eine Reinfleischdose beinhaltet nur Tierisches. Es kann sein, dass die Dose nur reines Muskelfleisch enthält. Das ist aber tatsächlich seltener der Fall. Meistens enthalten sie neben Muskelfleisch auch Innereien und Pansen. Manchmal sind auch gewolfte Knochen enthalten. Wenn eine Innerei oder Knochen fehlen, müssen die fehlenden Vitamine und Mineralstoffe anderweitig ergänzt werden.
Wichtig: diese Angaben beziehen sich auf ausgewachsene, gesunde Tiere! Bei erkrankten, trächtigen, säugenden oder wachsenden Tieren sieht die Futtermenge und -verteilung ganz anders aus.

Nassfutter für Hunde:
Der tierische Anteil beim Nassfutter sollte ähnlich wie beim BARF-Konzept aufgebaut sein: ca. 50% Muskelfleisch, 15% Innereien (bestehend aus ca. 34% Leber, der Rest zu gleichen Teilen aus Niere, Milz, Herz und Lunge), 20% Pansen oder Mägen und 15% Knochen. Schilddrüsengewebe, wie Schlund oder Kehlkopf, sollte nicht enthalten sein.
Der tierische Futteranteil bei Hunden beträgt ca. 80% der Gesamtfuttermenge.
Die restlichen 20% sollten aus Gemüse und evtl. noch Obst bestehen (75% Gemüse und 25% Obst, oder 100% Gemüse).
Du kannst aber auch den tierischen Anteil auf 70% reduzieren, und dafür 10% Kohlenhydrate ergänzen, zum Beispiel Kartoffeln, Reis oder Hirse.
Wenn dir der Zeitaufwand zu groß ist, du aber trotzdem eine individuelle Fütterung möchtest, kannst du auch auf Gemüseflocken zurückgreifen. Das ist getrocknetes, gestampftes Gemüse. Da diese keine Feuchtigkeit mehr enthalten, benötigst du sehr viel weniger davon, als von frischem Gemüse. Beispiel: wenn dein Hund 100g frisches Gemüse bekommt, braucht er nur ca. 25g Gemüseflocken. Flocken müssen vor der Fütterung immer ein paar Minuten eingeweicht werden, um sie verdaulicher zu machen.
Eine weitere Alternative sind Babygläschen. Da solltest du aber unbedingt darauf achten, dass kein Zucker zugesetzt wurde.

Nassfutter für Katzen:
Der tierische Anteil beim Nassfutter sollte ähnlich wie beim BARF-Konzept aufgebaut sein: ca. 60% Muskelfleisch, 15% Herz, 15% Knochen und 10% Innereien (bestehend aus 50% Leber, 25% Niere und 25% Milz). Schilddrüsengewebe, wie Schlund oder Kehlkopf, sollte nicht enthalten sein.
Der tierische Futteranteil bei Katzen beträgt 95% der Gesamtfuttermenge.
Die restlichen 5% bestehen aus Ballaststoffen. Dafür kannst du entweder püriertes Gemüse nutzen, oder einfach geschmacksneutrales Ballaststoffpulver, zum Beispiel aus dem BARF-Shop.

Zusätze
Da das Nassfutter in der Dose gegart wird, gehen ein paar Nährstoffe verloren die du aber ganz einfach wieder ergänzen kannst.

• Zum Beispiel die hitzeempfindlichen B-Vitamine. Dafür eignet sich am besten ein Vitamin-B-Komplex, denn dieser liefert alle 8 B-Vitamine in ausreichender Menge. Oft wird Bierhefe empfohlen, diese enthält aber nicht alle Vitamine des B-Komplexes und auch in viel geringerer Menge.

• Außerdem benötigst du ein geeignetes Öl zur Omega-3-Versorgung und ein Seealgenmehl oder Jodtropfen zur Jodversorgung. Weitere Informationen zur Öl- und Jodversorgung findest du in meinen Artikeln Welches Öl ist das Richtige? und Wieso Jod in der Fütterung so wichtig ist

• Um den Vitamin-D-Bedarf zu decken, solltest du 2x wöchentlich Dorschlebertran über das Futter geben. Weitere Informationen zur Fütterung findest du in meinem Artikel Wann brauche ich Dorschlebertran?

• Bei Katzen solltest du unbedingt noch Taurin ergänzen! Das ist eine essenzielle Aminosäure für Katzen, die sie (im Gegensatz zu Hunden) nicht selbst synthetisieren können.

• Wenn in deiner Reinfleischdose keine gewolften Knochen (oder nicht in ausreichender Menge!) vorhanden sind, musst du noch ein Fleischknochenmehl zur Calciumversorgung ergänzen. Weiter Informationen über Knochenfütterung findest du in meinem Artikel Wichtiges zur Knochenfütterung

• Wenn Innereien fehlen (oder nicht in ausreichender Menge enthalten sind!),  müssen diese Nährstoffe ebenfalls noch ergänzt werden. Welche Zusätze genau und in welcher Menge ist sehr individuell und kann pauschal nicht gesagt werden. Das solltest du dir lieber einmal exakt ausrechnen lassen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Weitere mögliche Zusätze
Da Nassfutterdosen meist sehr fettarm sind, kannst du das Futter auch ganz leicht energiereicher gestalten, in dem du etwas tierisches Fett in die Fütterung einbringst. Tierisches Fett bekommst du zum Beispiel im BARF-Shop. Du kannst aber auch Ghee oder Schweineschmalz verwenden.

Du darfst das Nassfutter auch gerne mit Milchprodukten, Eiern oder gemahlenen Nüssen aufpimpen. Mehr dazu findest du in meinem Artikel Molkereiprodukte für Hunde und KatzenEieiei… und Nüsse und Kerne zur Ergänzung

Ob du deinem Tier noch weitere Zusätze geben möchtest, ist sehr individuell und abhängig vom Gesundheitszustand, Lebensphase und Rasse.

Die richtige Futtermenge
Die tägliche Gesamtfuttermenge richtet sich normalerweise nach dem Körpergewicht.
Bei Hunden rechnet man mit 2-4%, je nach Rasse, Größe, Temperament und Aktivität.
Bei Katzen mit 3-4% des Körpergewichts.
Da Nassfutter aber meist einen sehr hohen Wassergehalt und sehr wenig Fett enthält, muss in der Regel mehr gefüttert werden. Auf der Dose sollte aber eine Fütterungsempfehlung stehen.
Wenn du dir unsicher bist, lass dir lieber einmalig einen Futterplan für dein Tier erstellen.

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