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Hier dreht sich alles um die Ernährung von Hund und Katze

Bestimmt hast du auch schon gehört, dass BARF zu viel Protein für unsere Hunde und Katzen liefert und das schädlich ist. Die Nieren und Leber würden zu sehr belastet werden. Bei Welpen führt der hohe Proteingehalt beim BARF zu einem zu schnellen Wachstum, was auf Knochen und Gelenke geht. Ich möchte dir gerne erklären, wieso diese Aussage völliger Unsinn ist!

Um feststellen zu können, ob der Hund oder die Katze zu viel Protein bekommt, müssen wir erst einmal den Mindestbedarf an Protein des Tieres ermitteln.
Die Formel für Hunde lautet:  5 g Rohprotein pro kg KM^0,75 (Stoffwechselgewicht)
Die Formel für Katzen lautet:  7 g Rohprotein pro kg KM^0,67 (Stoffwechselgewicht)
Bei einem 30kg Hund wären das 64g Rohprotein täglich.
Bei einer 4kg Katze wären das 18g Rohprotein täglich.
Wichtig: Diese Angaben beziehen sich auf gesunde, ausgewachsene Tiere! Welpen, Jungtiere, Trächtige und Säugende haben einen deutlich höheren Proteinbedarf!

Diese Werte stellen also den Mindestbedarf dar. Darunter sollte die Proteinversorgung bei gesunden Tieren nicht liegen, da Proteine enorm wichtig für Gewebe, Organe, Muskeln, Enzyme, Hormone und zur Herstellung von Antikörpern sind.
Aber wann spricht man nun von einer „Überversorgung“?
Bisher ist nicht erwiesen, dass Protein in hohen Mengen überhaupt schädlich ist. Laut Meyer/Zentek ist eine erhebliche Überversorgung mit Protein dann gegeben, wenn der Wert beim 4- bis 6-fachen über dem Mindestbedarf liegt.
Bei einem 30kg Hund wären das also 256-384g.
Bei einer 4kg Katze wären das 72-108g.

Da immer wieder die Behauptung aufkommt, dass man bei BARF zu viel Protein füttert, habe ich dir mal verschiedene Fertigfutter aufgelistet und den Proteingehalt mit einer standardmäßigen BARF-Ration verglichen.
Bei den Fertigfuttersorten handelt es sich bei allen um Alleinfutter.

Folgende Beispiele beziehen sich auf unseren 30kg-Beispiel-Hund:




Zur Erinnerung: ein 30kg Hund hat einen täglichen Mindestbedarf an Protein von 64g.
Eine erhebliche Überversorgung besteht ab ca. 256g täglich (wobei dies bisher wissenschaftlich nicht belegt ist!).

Die nächsten Beispiele beziehen sich auf unsere 4kg-Beispiel-Katze:




Zur Erinnerung: eine 4kg Katze hat einen täglichen Mindestbedarf an Protein von 18g.

Sowohl die Fertigfutter als auch die BARF-Rationen liegen leicht über dem Mindestbedarfswert, wobei die BARF-Rationen sogar noch am wenigsten Protein enthält.
Es ist also völliger Unsinn zu behaupten, BARF würde zu viel Protein liefern.
Ich habe diese BARF-Rationen nach der „gängigen“ Standard BARF-Aufteilung zusammengestellt.
Wenn du deinem Hund weniger Protein füttern möchtest oder musst, kannst du auch einen Teil des Muskelfleisches durch Kohlenhydrate, wie z.B. Kartoffeln oder Hirse ersetzen. Mehr über die Fütterung von Kohlenhydraten kannst du in meinem Beitrag Sind Kohlenhydrate in der Fütterung sinnvoll? lesen.

Außerdem sollte noch beachtet werden, dass das Protein beim BARF vor allem aus hochwertigem Muskelfleisch und Innereien kommt. In vielen Fertigfuttern kommt pflanzliches Protein zum Einsatz, wie zum Beispiel aus Erbsen, Linsen, Kichererbsen, Amaranth, etc., welches von Hunden nicht so gut verwertet werden kann. Außerdem enthalten viele Fertigfutter statt hochwertigem Muskelfleisch oft Schlachtabfälle wie Schlundfleisch, Kehlkopf, etc., oder Fleischmehle. Meist wird nicht mal angegeben, welche Teile vom Rind, Huhn, etc. verarbeitet wurden. Das lässt sehr viel Spielraum für die Hersteller.

Ich hoffe ich konnte dir verständlich machen, dass bei einer richtig zusammengestellten BARF-Ration keine Überversorgung mit Protein entstehen kann. Schließlich wird beim BARF nicht ausschließlich Fleisch gefüttert. Würde man sein Tier mit kiloweise Fleisch und nichts anderem füttern, würde das irgendwann auf Leber und Nieren gehen, da Protein über die Nieren verstoffwechselt wird. Aber würde man sein Tier so füttern, wäre es nicht nach dem BARF-Konzept und das Tier würde sehr wahrscheinlich noch weitaus mehr Erkrankungen und Mangelerscheinungen bekommen.

Wenn du dir bei der Rationsgestaltung noch unsicher bist, kannst du dir gerne meinen Beitrag wie eine BARF-Mahlzeit aufgebaut ist durchlesen.

Und wenn du weitere Fragen hast, kannst du dich selbstverständlich immer gerne per Mail bei mir melden.

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