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Hier dreht sich alles um die Ernährung von Hund und Katze

Du überlegst, deinen Hund oder deine Katze mit Nass- oder Trockenfutter zu füttern, bist dir aber noch unsicher?
Ich erkläre dir die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Varianten und worauf du beim Kauf achten solltest.

Herstellungsprozess
Beim Nassfutter werden alle Zutaten unter Abschluss von Luft in der Dose sehr schonend gegart. Dadurch benötigen sie keine Konservierungsstoffe und sind trotzdem sehr lange haltbar.
Beim Trockenfutter wird unterschieden in kaltgepresstes und extrudiertes Trockenfutter. Bei beiden Herstellungsverfahren werden die einzelnen Futterkomponenten zuerst getrocknet und gemahlen. Anschließend werden sie vermischt und unter großem Druck in Pellets gepresst. Das kaltgepresste Trockenfutter wird schonender hergestellt, da mit niedrigeren Temperaturen gearbeitet wird. Dadurch bleiben mehr natürliche Nährstoffe enthalten. Das extrudierte Trockenfutter wird zusätzlich mit Wasserdampf hergestellt, was mit deutlich höheren Temperaturen einhergeht. Damit die Trockenfutterpellets auch halten und nicht in der Tüte wieder zerbröseln, brauchen sie (wie beim Backen) ein Bindemittel. Dafür eignen sich zum Beispiel Kartoffeln/Kartoffelmehl, Buchweizen/Buchweizenmehl oder Hirse/Hirsemehl. Einige Hersteller verwenden auch Getreide wie Weizen oder Mais. Diese sind meist günstiger, enthalten aber mehr Antinutritive Stoffe.

Worauf du beim Kauf von Nassfutter achten solltest
Eine gute Zusammensetzung der einzelnen Zutaten ist genauso wichtig wie die Qualität der einzelnen Zutaten.
Ein gutes Alleinfutter orientiert sich, so weit möglich, am Beutetierprinzip. Die Aufteilung der Zutaten könnte bei einem Alleinfuttermittel für Hunde zum Beispiel so aussehen:
40% Muskelfleisch
15% Pansen oder Mägen (muss nicht unbedingt enthalten sein, kann auch mit Muskelfleisch ersetzt werden)
10% Innereien (Leber, Niere, Milz)
10% Knochen
20% Gemüse/Obst
5% Zusätze (z.B. Seealgenmehl, Fischöl, Fleischknochenmehl, Kräuter)

Eine andere Möglichkeit wäre eine Aufteilung mit Kohlenhydraten, wie zum Beispiel Kartoffeln, Quinoa, Amaranth,…:
40% Muskelfleisch
15% Pansen oder Mägen (muss nicht unbedingt enthalten sein, kann auch mit Muskelfleisch ersetzt werden)
10% Innereien (Leber, Niere, Milz)
10% Knochen
10% Gemüse und Obst
10% Kohlenhydrate
5% Zusätze (z.B. Seealgenmehl, Fischöl, Fleischknochenmehl, Kräuter)

Da Pansen und Mägen nicht sonderlich viele Nährstoffe liefern, müssen sie nicht unbedingt im Futter enthalten sein. Wenn sie nicht enthalten sind, können sie durch Muskelfleisch oder auch einen kleinen Teil Gemüse oder Kohlenhydrate ersetzt werden.
Ein Gemüseanteil bis zu 20% und ein Kohlenhydratanteil bis zu 10% wäre noch völlig in Ordnung.

Bei Nassfutter für Katzen sollten 90-95% aus tierischen Komponenten bestehen und maximal 10% aus Ballaststoffen. Kohlenhydrate, wie Kartoffeln, Reis, o.ä. sind für Katzen nicht verwertbar und daher unnötig in einem Katzenfutter.
Die Aufteilung der Zutaten könnte bei einem Alleinfuttermittel für Katzen zum Beispiel so aussehen:
60% Muskelfleisch
15% Herz
10% Knochen
10% Innereien (Leber, Niere, Milz)
5% Gemüse und Zusätze (z.B. Seealgenmehl, Fischöl, Fleischknochenmehl)

Wenn kein Herz enthalten ist, kann auch stattdessen mehr Muskelfleisch oder Mägen enthalten sein. Dann sollte aber unbedingt ausreichend Taurin im Futter ergänzt worden sein.

Es gibt auch Nassfutter, welche keine Alleinfutter sind, sondern Ergänzungsfutter. Das ist manchmal gar nicht so leicht zu erkennen, daher schau am besten immer, was auf der Dose drauf steht. Im Zweifel kannst du beim Hersteller anrufen und nachfragen. Die Hersteller sind verpflichtet, eine kostenlose Telefonnummer anzugeben.

Worauf du beim Kauf von Trockenfutter achten solltest
Trockenfutter sind in der Regel immer Alleinfutter, aber auch hier gilt: lieber lesen, was auf der Packung steht. Wenn du ein Trockenfutter füttern möchtest, kommst du um einen höheren Kohlehydratanteil nicht drum herum, denn das Futter soll in Form bleiben und darf nicht zerbröseln (wie bei Keksen). Daran merkt man schon, dass sich das Futter rein praktisch gar nicht am natürlichen Beutetier von Hunden und besonders Katzen orientieren kann.

Hunde können zwar bis zu einem bestimmten Grad auch Kohlenhydrate verdauen, sofern sie vorher ausreichend verarbeitet wurden, Katzen können Kohlenhydrate allerdings überhaupt nicht verstoffwechseln, da ihnen das entsprechende Enzym dafür fehlt, bzw. es nur in sehr geringem Maß arbeitet. Und ein Trockenfutter besteht nun mal zum größten Teil aus Kohlenhydraten.
Getreide enthalten außerdem antinutritive Stoffe, die die Aufnahme von anderen Vitaminen und Mineralstoffen hemmen. Daher sollten Kohlenhydrate auch bei Hunden max. 10% ausmachen. Bei Katzen sollte komplett darauf verzichtet werden. Und das ist bei einem Trockenfutter nun einmal nicht möglich. So wird ein Großteil des Futters unverdaut einfach wieder ausgeschieden.
Da das Futter zu so einem großen Teil aus pflanzlichen Zutaten besteht, ist der tierische Anteil zwangsläufig reduziert. Das bedeutet, dass die Nährstoffdeckung gar nicht gedeckt werden kann, denn die meisten Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren und Aminosäuren sind in tierischem Muskelfleisch und Innereien enthalten. Die fehlenden Nährstoffe müssen also nach dem Herstellungsprozess künstlich wieder hinzugefügt werden.
Oftmals wird sogar pflanzliches Fett statt tierisches Fett verwendet, welches Katzen ebenfalls nicht verstoffwechseln können und Hunde nur bedingt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Feuchtegehalt. Die meisten Hunde trinken zwar zusätzlich zur Futteraufnahme, aber meistens nicht so viel, wie wenn sie Nassfutter oder BARF fressen würden.
Ein größeres Problem besteht in der Regel bei Katzen. Als Wüstentiere sind sie sehr gut darin, ihren Urin zu konzentrieren. Sie nehmen ihren Flüssigkeitsbedarf hauptsächlich über die Nahrung auf und trinken nur sehr selten zusätzlich. Ein Trockenfutter enthält im Schnitt nur ca. 10% Feuchtigkeit (zum Vergleich: ein Nassfutter enthält 70-80% Feuchtigkeit). Fütterst du deine Katze mit Trockenfutter, wird sie zwar zwangsläufig mehr Wasser trinken, aber niemals so viel, wie sie es mit einem Nassfutter oder einer BARF-Ration aufnehmen würde. Und das kann dauerhaft zu Blasen- und Nierenproblemen führen. Da Katzen leider zu Niereninsuffizienz neigen, kannst du mit Nassfutter schon einen Großteil der Wasseraufnahme decken.

Viele Hersteller werben mit der Aufschrift „getreidefrei“. Das Problem ist aber nicht per se das Getreide, sondern Kohlenhydrate im Allgemeinen. Weder Hunde noch Katzen würden von Natur aus so viel pflanzliche Kost zu sich nehmen. Ganz besonders Katzen! Wie schon betont, macht das natürliche Beutetier der Katze, nämlich die Maus, gerade einmal 5% an Ballaststoffen in ihrer Nahrung aus. Sie ist ein reiner Fleischfresser und benötigt für einen gesunden Stoffwechsel tierische Komponenten in der Fütterung. Und auch, wenn Hunde „flexibler“ sind, so ist der Anteil an pflanzlicher Kost in einem Trockenfutter einfach extrem hoch.

Ich würde dir daher immer zu einem guten Nassfutter raten, statt zu einem Trockenfutter.
Ganz besonders bei Katzen!

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