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Hier dreht sich alles um die Ernährung von Hund und Katze

Manchmal kann es sinnvoll sein, seinen Hund oder seine Katze mit Selbstgekochtem zu füttern. Oft ist das der Fall, wenn das Tier zum Beispiel erkrankt ist. Denn bei einer selbst gekochten Fütterung kannst du, genau wie beim BARFen, 100%ig selbst entscheiden, was dein Tier bekommt. So kannst du ganz individuell auf eventuelle Erkrankungen oder Unverträglichkeiten eingehen. Erkrankte Tiere vertragen gekochtes Futter meist besser als rohes, da es leichter verdaulich ist. Vielleich möchtest du auch eigentlich lieber BARFen, aber dein Hund oder deine Katze möchte einfach kein Rohfutter. Dann ist Kochen ebenfalls eine tolle Alternative.
Auch wenn es „Kochfütterung“ genannt wird, wird das Fleisch nicht gekocht, sondern schonend gegart. Natürlich gehen auch beim Garvorgang ein paar Vitamine verloren, die kannst du aber nach dem Kochen einfach wieder ergänzen.

Auch eine Kochfütterung orientiert sich, so weit es geht, am Beutetierprinzip. Es gibt allerdings ein paar Unterschiede zum BARFen, die du unbedingt beachten solltest. Wichtig: diese Angaben beziehen sich auf ausgewachsene, gesunde Tiere! Bei erkrankten, trächtigen, säugenden oder wachsenden Tieren sieht die Futtermenge und -verteilung ganz anders aus.

Die tägliche Gesamtfuttermenge richtet sich nach dem Körpergewicht. Bei Hunden rechnet man mit 2-4%, je nach Rasse, Größe, Temperament und Aktivität. Bei Katzen mit 3-4% des Körpergewichts.
Eine Kochration ist ähnlich wie eine BARF-Ration aufgeteilt. Die exakten Mengenaufteilungen der einzelnen Futterkomponenten findest du im Artikel wie ein BARF-Mahlzeit aufgebaut ist.

Beim Kochen ändert sich eine Komponente maßgeblich: Knochen! Knochen dürfen auf keinen Fall gekocht werden, da sie spröde werden und splittern können. Das kann zu erheblichen Verletzungen in Mund, Rachen, Speiseröhre oder Magen-Darm-Trakt führen! Damit dein Hund, bzw. deine Katze aber ausreichend Calcium erhält, musst du stattdessen ein Fleischknochenmehl oder ein anderes Calciumpräparat füttern. Fleischknochenmehle sind prinzipiell am besten geeignet, da sie ein perfektes Calcium-Phosphor-Verhältnis aufweisen. Die Menge der Knochen, die du weg lässt, ersetzt du einfach durch die gleiche Menge Muskelfleisch. Also zum Beispiel statt 200g Muskelfleisch und 60g RFK, fütterst du 260g Muskelfleisch und ein Calciumpräparat. Wie viel du von diesem Präparat benötigst, ist abhängig vom jeweiligen Calciumgehalt des Produktes. Jede Charge kann unterschiedliche Calciumwerte aufweisen, daher musst du es bei jeder Dose neu ausrechnen. Weiter Informationen über Knochenfütterung findest du in meinem Artikel Wichtiges zur Knochenfütterung.

Da beim Kochen die hitzeempfindlichen B-Vitamine größtenteils zerstört werden, musst du diese nach dem Kochen wieder ergänzen. Dafür eignet sich am besten ein Vitamin-B-Komplex, denn dieser liefert alle 8 B-Vitamine in ausreichender Menge. Oft wird Bierhefe empfohlen, diese enthält aber nicht alle Vitamine des B-Komplexes und auch in viel geringerer Menge.

Bei Katzen musst du nach dem Kochen außerdem Taurin ergänzen. Taurin ist leider ebenfalls nicht hitzebeständig. Hunde können diese Aminosäure selbst synthetisieren, Katzen nicht. Daher musst du es für deine Katze ergänzen.

Genau wie beim BARFen, gehört noch ein geeignetes Öl zur Omega-3-Versorgung und ein Seealgenmehl zur Jodversorgung in die Fütterung. Diese Zusätze gibst du ebenfalls erst nach dem Kochvorgang dazu.
Weitere Informationen zur Öl- und Jodversorgung findest du in meinen Artikeln Welches Öl ist das Richtige? und Wieso Jod in der Fütterung so wichtig ist

Einmal wöchentlich sollte Vitamin-D-reicher Fisch, wie zum Beispiel Lachs, Forelle oder Sprotten auf dem Speiseplan stehen. Wenn du keinen Fisch kochen möchtest, oder dein Tier keinen Fisch mag/verträgt, gibst du einfach einmal wöchentlich Dorschlebertran über das Futter. Weitere Informationen zur Fischfütterung findest du in meinem Artikel Wann brauche ich Dorschlebertran?

Einige Hinweise zum Kochen/Garen

Damit möglichst wenig Wasser und Nährstoffe verloren gehen, empfehle ich dir, in einem geschlossenen Gefäß bei niedriger Temperatur zu garen. Gewolftes Fleisch ist zwar schneller gar als stückiges, allerdings tritt beim gewolften Fleisch mehr Wasser aus. Das austretende Wasser von Fleisch und Innereien bitte unbedingt mit füttern! Beim Gemüse und den Kohlenhydraten kannst du es ruhig weg schütten, da sie keine nennenswerten Vitamine für Hunde und Katzen liefern.

Du kannst natürlich gleich mehrere Rationen kochen und sie portionsweise einfrieren. Das spart sehr viel Zeit.

Die Grundzusätze, die nicht fehlen dürfen, habe ich dir oben aufgelistet. Ob du deinem Tier noch weitere Zusätze geben möchtest, ist sehr individuell und abhängig vom Gesundheitszustand, Lebensphase und Rasse.

Auch wenn du zum Beispiel wegen Krankheit oder Unverträglichkeiten nicht alle Innereien füttern kannst, darfst du sie nicht einfach streichen! Die fehlenden Nährstoffe musst du dann anderweitig ergänzen. Das solltest du dir in so einem Fall aber lieber  für dein Tier professionell ausrechnen lassen.

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