Jod ist ein essenzielles Spurenelement, das heißt, Hunde und Katzen können es nicht selbst herstellen und müssen es über die Nahrung aufnehmen.
Wenn du BARFst, also dein Tier roh fütterst, kommt du um ein Jodsupplement nicht drum herum.
Es sei denn, du fütterst ein komplettes Beutetier. Aber die Möglichkeit haben wohl die wenigsten von uns.
In der Natur fressen Wölfe, Wildhunde und Wildkatzen das komplette Beutetier. Und somit auch die Schilddrüse der Beutetiere. Jod wird hauptsächlich in der Schilddrüse gespeichert (ca. 80%). Daher nehmen die frei lebenden Tiere genug Jod über das Futter auf. Bei unseren Haushunden und -katzen sieht es etwas anders aus. In einer BARF-Mahlzeit werden keine ganzen Schilddrüsen gefüttert, da die Dosierung äußerst schwierig ist. Denn wir füttern unseren Tieren unter anderem Rind oder Pferd, welche Wildhunde und -katzen in der Natur nie erlegen würden. Somit wäre die Schilddrüse für unsere Tiere viel zu jodhaltig. Und weil das so ist, musst du das Jod anderweitig ergänzen.

Der Jodbedarf kann also weder mit Fleisch oder Fisch, noch mit jodiertem Salz oder Milchprodukten gedeckt werden. Ich empfehle dir dafür Seealgenmehl, welches aus der Seealge „Ascophyllum Nodosum“ gewonnen wird, zu nutzen. Achte beim Kauf unbedingt darauf, dass der Jodgehalt angegeben ist! Da Seealgenmehl ein Naturprodukt ist, können die Werte extrem schwanken. Ich habe schon Werte von 380mg bis 750mg auf 1 kg gesehen. Und da Jod genau dosiert werden sollte, können in der zu verabreichenden Menge sehr große Unterschiede entstehen.
Du kannst über einen Seealgen-Rechner für Hunde und einen Seealgen-Rechner für Katzen den genauen Jodbedarf deines Tieres ermitteln.
Beispiel:
Ein 20kg Hund benötigt 280µg Jod am Tag. Bei einem Seealgenmehl mit 600mg Jod pro 1kg benötigt der Hund 0,47µg Jod täglich. Dafür benötigst du die im Beitrag „Was du zum BARFen benötigst“ erwähnte Feinwaage ;-)
Du brauchst deinem Tier aber nicht täglich exakt diese Menge abwiegen. Ich mache es zum Beispiel so, dass ich das Seealgenmehl für eine Woche abwiege (bei dem 20kg Hund wären das also 3,3g) und in ein kleines Behältnis fülle und dann eine Woche lang jeden Tag etwas davon über das Futter streue. Du kannst es auch auf 4 Tage aufteilen, weniger sollten es aber nicht sein.
Wenn dein Tier kein Seealgenmehl verträgt, kannst du auch Jodtropfen oder Jodtabletten aus der Apotheke nutzen. Bei Jodtropfen entspricht in der Regel 1 Tropfen 30 µg Jod, aber da solltest du auch unbedingt auf die Herstellerangaben achten!

Worauf du ebenfalls unbedingt achten musst: Hunde und Katzen haben einen unterschiedlichen Jodbedarf. Auch haben Welpen/Kitten einen deutlich höheren Bedarf.
Für Junghunde gibt es leider noch keine Bedarfswerte. Es wird empfohlen, die Menge langsam auf den Bedarfswert für erwachsene Hunde zu senken. Das kann Wochen oder Monate dauern, je nachdem wann dein Hund ausgewachsen ist. Manche Hunde sind bereits mit 1 Jahr ausgewachsen, andere erst mit 3 Jahren, je nach Rasse.
Auch bei Tieren mit Schilddrüsenerkrankungen muss immer individuell geguckt werden, inwiefern Jod ergänzt werden kann. Wenn du dir unsicher bist, dann lass dir lieber professionell helfen. Es ist wichtig, dass Jod weder unter- noch überversorgt wird. Dauerhaft kann das zu Schilddrüsenerkrankungen führen. Ich finde es um so beängstigender, dass in sehr vielen Fertigfuttern teilweise das 5-fache an Jod enthalten ist, als nötig!
Auch ist in vielen fertigen Mineralmischungen bereits Jod enthalten und oft wird keine Menge angegeben. Ich empfehle dir dringend, von solchen Präparaten Abstand zu nehmen, da so sehr leicht eine Überversorgung entstehen kann.
Das ist ein großer Vorteil, wenn du das Futter für dein Tier selbst zubereitest und jede einzelne Komponente selbst hinzufügst. Du kannst genau bestimmen, wie viel wovon ins Futter soll. Und bei eventuellen Unverträglichkeiten kannst du einfach einzelne Zutaten weg lassen um heraus zu finden, worauf dein Tier reagiert.