Wie bereits erwähnt, gehören in eine vollwertige BARF-Mahlzeit auch RFK (Rohfleischknochen). Sie bestehen in der Regel zu 50% aus Knochen und zu 50% aus Muskelfleisch, daher auch der Name. Enthält der Knochen zu wenig Fleisch, wird die Magensäureproduktion nicht optimal angeregt und die Knochen können nicht gut verdaut werden. Und das kann sehr unangenehm für das Tier werden.
Die RFK liefern in erster Linie Calcium, welches wichtig für den kompletten Knochenaufbau ist.

In der Natur fressen Wölfe auch einen Großteil der Knochen ihrer Beute. Und auch Wildkatzen fressen die Maus komplett, mit Knochen. Neben Calcium liefern sie außerdem wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente.
Es wird in „weichere“ und „härtere“ Knochen unterschieden. Weichere Knochen sind zum Beispiel Hühnerhälse, -karkassen oder -flügel, da sie recht viel Knorpel enthalten und somit weniger Calcium als die härteren Knochen wie vom Rind oder Pferd. Bei der Futteraufteilung (beim Hund 15% vom tierischen Anteil) wird mit einem Mittelwert gerechnet, also eine Mischfütterung aus weichen und harten Knochen. Wenn du deinem Hund ausschließlich weiche Knochen füttern möchtest oder kannst, empfehle ich dir, den Anteil von 15% auf 20% zu erhöhen und dafür den Anteil von Pansen/Blättermagen von 20% auf 15% zu senken. So ist der Calciumbedarf deines Hundes auch mit ausschließlich weichen Knochen gedeckt. Bei kleineren Hunden und auch Katzen sind in der Regel nur weichere Knochen geeignet.
Auf die Fütterung von tragenden Knochen oder Knochen von älteren Tieren solltest du verzichten, denn diese sind oft viel zu hart, sodass sich dein Hund damit seine Zähne kaputt machen könnte.
Auch auf die Fütterung von Markknochen solltest du unbedingt verzichten! Die Hunde schlecken das Mark aus und verkanten sich nicht selten mit den Zähnen in den ringförmigen Knochen. Das kann sehr gefährlich werden! Meist hilft dann nur noch der Weg zum Tierarzt/zur Tierärztin.
Vielleicht hast du schon gelesen, dass man Knorpel als Calciumquelle füttern kann. Das ist nicht ganz korrekt. Zwar enthält Knorpel auch etwas Calcium, aber lange nicht so viel wie RFK. Dein Tier müsste (je nach Größe) täglich mehrere Kilogramm Knorpel fressen, um seinen Calciumbedarf zu decken! Daher sind sie dafür absolut ungeeignet.
Ob du deinem Tier ganze Knochen oder gewolfte Knochen fütterst, ist natürlich deine Entscheidung. Wenn du dir etwas unsicher bei der Fütterung von ganzen Knochen bist, dann greif auf gewolfte zurück. Bei Katzen, kleinen Hunden und Hunden, die nicht mehr gut kauen können, sind gewolfte Knochen meist besser geeignet.
Knochen dürfen nur roh und nicht gekocht gefüttert werden! Beim Kochen werden sie spröde und können splittern. Die Gefahr von Verletzungen in Hals/Rachen, Magen oder Darm ist viel zu hoch!
Wenn dein Tier noch nicht an rohe Knochen in der Fütterung gewöhnt ist, solltest du am besten langsam mit der Gewöhnung anfangen, um die Verdauung darauf einzustellen. Wenn du zu viel oder zu harte Knochen fütterst, kann es zu Knochenkot (weiß und recht hart, da der Körper überschüssiges Calcium wieder ausscheidet) oder auch Verstopfungen kommen. In manchen Fällen werden die Knochen auch wieder erbrochen, wenn es zu viel war. Daher ist es ratsam, wenn du die wöchentliche Menge an RFK auf möglichst viele Tage (im besten Fall natürlich auf 7) aufteilst, und nicht alles an einem oder zwei Tagen gibst.
Es gibt aber natürlich auch Gründe, weshalb du vielleicht keine RFK füttern möchtest oder kannst. Sei es weil dein Hund oder deine Katze keine RFK verträgt, du dich mit der Fütterung von Knochen nicht wohl fühlst, du wegen einer Erkrankung deines Tieres darauf verzichten solltest oder dein Tier nicht roh gefüttert sondern bekocht wird. Denn Knochen dürfen nicht gekocht verfüttert werden!
Dann musst du den Calciumbedarf anderweitig decken. Dafür eignen sich am besten Fleischknochenmehle. Es gibt noch andere Calciumpräparate, die aber eher bei Erkrankungen oder bei erhöhtem Calciumbedarf eingesetzt werden.
Wenn du ein Fleischknochenmehl einsetzt, erhöhst du im Futterplan einfach den Muskelfleischanteil um die Menge der Rohfleischknochen, die du weg lässt. Also zum Beispiel: statt 200g Muskelfleisch und 60g RFK, fütterst du 260g Muskelfleisch und ein Fleischknochenmehl. Wie viel Fleischknochenmehl du fütterst, hängt vom jeweils eingesetzten Mehl ab, denn diese haben je nach Tiersorte und Charge unterschiedliche Calciumwerte.