Ein sehr wichtigen Anteil in einer BARF-Ration besteht aus Innereien. Sie liefern besonders viele Vitamine und Spurenelemente und enthalten deutlich mehr Nährstoffe als zum Beispiel Fleisch. Wenn du deinem Hund oder deiner Katze keine Innereien fütterst, entsteht auf Dauer ein Nährstoffmangel.
Die 5 wichtigsten Innereien beim BARFen sind Leber, Niere, Milz, Herz und Lunge.
Die Leber ist die mit Abstand nährstoffreichste Innerei, gefolgt von Niere und Milz.
Die Aufteilung der Innereien ist bei Hunden und Katzen etwas unterschiedlich.
Das typische BARF-Konzept orientiert sich dabei an den jeweiligen Beutetieren.

Beim Beutetier des Wolfes machen Innereien etwa 15% des tierischen Anteils aus. Diese werden unterteilt in 34% Leber, 17% Niere, 17% Milz, 16% Herz und 16% Lunge.

Beim Beutetier der Wildkatze ist die Aufteilung etwas anders. 15% des gesamten Beutetieres besteht aus Herz, da es das für Katzen essenzielle Taurin enthält und 10% besteht aus den Innereien Leber (5%), Milz (2,5%), und Niere (2,5).
Innereien und ihre Nährstoffe
Alle 5 Innereien liefern die Vitamine A, D, E, K und B-Vitamine. Außerdem die Mineralstoffe Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Jod und Selen.
Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Vitamine und Mineralstoffe in besonders hohen Mengen in den einzelnen Komponenten enthalten sind und welche Aufgaben sie im Körper haben.

Leber
• Vitamin A • Phosphor
• Vitamin D • Eisen
• Vitamin K • Kupfer
• Vitamin B3 • Mangan
• Vitamin B5
• Vitamin B7
• Vitamin B9
• Vitamin B12
Die Leber ist ein wichtiges Entgiftungsorgan, welche Giftstoffe im Körper umwandelt (zum Beispiel das giftige Ammoniak in harmlosen Harnstoff). Die wasserunlöslichen Abfallstoffe gibt sie über die Gallenflüssigkeit in den Darm ab, wo sie ausgeschieden werden. Die wasserlöslichen Abfallstoffe gibt sie ins Blut ab, welches sie weiter zu den Nieren transportiert, wo sie über den Urin ausgeschieden werden.

Niere
• Vitamin B7 • Calcium
• Vitamin B9 • Magnesium
• Vitamin B12 • Natrium
• Selen
Die Nieren zählen ebenfalls zu den Entgiftungsorganen. Sie filtern das Blut, welches durch den gesamten Körper fließt, und scheiden die Abfallprodukte über den Urin aus Sie regulieren außerdem den Wasser- und Salzhaushalt.

Milz
• Calcium
• Phosphor
• Kalium
• Eisen
• Jod
Die Milz filtert das zirkulierende Blut und hat außerdem eine wichtige Immunfunktion.
Sie wehrt Viren und Bakterien im Körper ab.

Herz
• Vitamin E
• enthält sehr viel Taurin und Purin (Aminosäuren)
Auch wenn das Herz eigentlich ein Muskel ist, wird es zu den inneren Organen gezählt. Es pumpt das Blut über die Arterien durch den kompletten Körper, damit alle Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können. Das Blut nimmt den Kohlenstoffdioxid und andere Abbauprodukte des Stoffwechsels auf. Dadurch enthält es immer weniger Sauerstoff. Es gelangt über die Venen zurück ins Herz, wo es in die Lunge weitergeleitet wird. Diese gibt das Kohlendioxid ab und nimmt neuen Sauerstoff auf.

Lunge
Liefert die wenigstens Nährstoffe und ist somit die „unwichtigste“ Innerei. Sie enthält etwas Phosphor, Natrium und Kalium.
Die Lunge ist das Atmungsorgan aller Säugetiere. Sie versorgt den Körper mit neuem Sauerstoff und gibt den „verbrauchten“ Sauerstoff als Kohlendioxid wieder ab.
Da ich schon häufiger gefragt worden bin, ob es nicht gefährlich sei, Entgiftungsorgane zu füttern, möchte ich auch einmal hierauf eingehen.
Zwar sind Leber und Niere Entgiftungsorgane, allerdings wandeln sie Giftstoffe im Körper in harmlose Abfallprodukte um. Das bedeutet, dass nur während sie „arbeiten“ Giftstoffe in ihnen enthalten sind. Es werden dort keine Giftstoffe gespeichert.
Wenn dein Tier keine oder nicht alle Innereien mag oder verträgt, musst du die fehlenden Nährstoffe anderweitig ergänzen. Bei Lunge ist es nicht schwierig, da sie ohnehin nicht viele Nährstoffe liefert. Die Nährstoffe werden ausreichend über Muskelfleisch und andere Innereien abgedeckt.
Besonders aber bei Leber, Niere und Milz ist es oft gar nicht so einfach, sie zu ersetzen.
Leider gibt es da auch keine Pauschallösung, da jede Fütterung ganz individuell betrachtet werden muss.
Dabei spielt die Menge an Futter eine große Rolle und auch, welches Fleisch gefüttert wird. Es macht einen großen Unterschied, ob das Tier täglich 2% oder 3% Futtermenge bekommt und ob es Rind, Huhn, Fisch oder andere Sorten bekommt, da unterschiedliche Fleischsorten auch unterschiedliche Nährstoffe liefern.
Du kannst dir den Nährstoffgehalt der einzelnen Futtermittel ausrechnen und sie mit den Bedarfswerten deines Tieres abgleichen. Die Bedarfswerte kannst du über einen NRC-Rechner für Hunde, bzw. Katzen ermitteln.
Bei manchen Nährstoffen solltest du allerdings drauf achten, dass du sie nicht überversorgst. Wird zum Beispiel keine Leber gefüttert, fehlt es sehr wahrscheinlich an Vitamin A und D. Diese müsstest du dann zum Beispiel mit Dorschlebertran ergänzen. Diesen darfst du aber nicht zu hoch dosieren, da Vitamin A und D fettlösliche Vitamine sind und überdosiert werden können! Wenn du zusätzlich zu Leber auch keine Niere füttern kannst, musst du den Lebertran noch erhöhen.
Es ist also alles machbar, erfordert aber etwas Rechnerei :-)
Auf keinen Fall solltest du die Innereien einfach ersatzlos streichen!
Wenn du dir unsicher bist, dann lass dir lieber einmalig einen bedarfsdeckenden Plan erstellen, damit du auf der sicheren Seite bist!