Häufig liest man, dass der Hund oder die Katze seit der Umstellung auf BARF abgenommen hat. Der erste Impuls ist dann meistens die Futtermenge zu erhöhen. Das sollte aber nicht unbedingt der erste Schritt sein. Wichtig ist, dass du dir erst noch einmal die Futterzusammensetzung und -menge genau anschaust. Meist ist es so, dass die Futtermange zwar passt (bei Hunden 2-4%, bei Katzen 3-4%), aber der Fettgehalt in der Ration einfach viel zu gering ist.
Auch wenn wir Menschen meist darauf achten, möglichst fettarm zu kochen und möglichst mageres Fleisch zu uns nehmen, dürfen wir diese Einstellung nicht auf unsere Tiere übertragen. Denn Fett ist für Hunde und Katzen der wichtigste Energielieferant! Nehmen sie zu wenig Fett zu sich, holt sich der Körper die Energie aus Proteinen, was mit deutlich mehr Aufwand verbunden ist und daher deutlich ineffizienter. Durch den Abbau der erhöhten Menge an Protein werden Leber und Nieren zusätzlich belastet. Für Katzen spielt Fett sogar eine noch wichtigere Rolle als für Hunde, denn Fett enthält die für Katzen essenzielle Arachidonsäure.

Wie viel Fett solltest du nun also füttern?
Bei einem erwachsenen, gesunden Tier sollte der Fettanteil im Muskelfleisch zwischen 15 – max. 25% liegen. Dabei müssen Alter und Aktivität des Tieres beachtet werden. Vor allem Hunde kommen mit einem sehr hohen Fettgehalt häufig nicht gut zurecht, daher liegt man hier meist zwischen 15 – 20% Fettanteil im Muskelfleisch. Katzen sind da meist toleranter. Wichtig ist: regelmäßig wiegen um den Fettgehalt rechtzeitig anpassen zu können.
Sollte das Fleisch, welches du füttern möchtest, zu fettarm sein, kannst du es ganz einfach mit tierischem Fett ergänzen. Eine tägliche BARF-Ration mit 15% Fett im Muskelfleisch kommt so auf ca. 10 – 11% Fett insgesamt.
Und wie erkennst du, wie viel Fett das Fleisch enthält?
Auf vielen Packungen steht der Fettgehalt drauf, allerdings kommt es leider nicht selten vor, dass diese Werte nicht korrekt sind. Daher ist es immer besser, wenn du es selbst einschätzen kannst.
Manche Fleischsorten sind auch bekanntlich magerer als andere, zum Beispiel Pute, Huhn oder Pferd. Sollte allerdings die Haut vom Geflügel mitverarbeitet worden sein, treibt das den Fettgehalt schnell mal in die Höhe.
Bei Rind, Lamm oder Ziege gibt es zum Beispiel große Unterschiede. Es gibt magere, aber auch durchwachsene Sorten. Da kann der Fettanteil schon mal bei 30% liegen. Ich finde es eine tolle Übung, wenn man sich im Supermarkt mal verschiedene abgepackte Fleischvarianten anguckt, denn auf denen steht meistens der Fettgehalt drauf. Wenn du das häufiger machst, bekommst du schon nach kurzer Zeit ein recht gutes Gefühl dafür, wie viel Fett in einzelnen Fleischvarianten ist. So kannst du es auch besser für deinen Hunde, bzw. deine Katze einschätzen.
Hier mal ein paar Beispiele:
mageres Fleisch (unter 5% Fett):

5 – 10% Fett:

15 – 20% Fett:

25 – 30% Fett:

Wenn du nur magere Fleischsorten füttern kannst, solltest du die Ration unbedingt mit tierischem Fett ergänzen.
Wenn dein Tier zum Beispiel nur Huhn verträgt, ergänze es mit Hühnerfett.
So rechnest du die Menge aus:
Fleischmenge in Gramm x (Ziel-Fettgehalt in % − Ist-Fettgehalt in %)
geteilt durch
Zusatzfett mit 100% − Ist-Fettgehalt in %
Beispiel: Ein 20kg Hund bekommt 240g Muskelfleisch in seiner Tagesration.
Das Muskelfleisch hat nur 5% Fett, der Hund braucht aber 15% im Muskelfleisch.
240g x (15% − 5%)
geteilt durch
100% − 5%
= 2400g
geteilt durch
95
= 25,26g (gerundet auf 25g)
Der 20kg braucht also 25g Fett. Diese 25g werden der Menge Muskelfleisch abgezogen. Das heißt, er bekommt 215g Muskelfleisch und 25g Fett.
Bitte beachte, dass es sich bei diesem 20kg Hund nur um einen Beispielhund handelt! Jeder Hund benötigt und verträgt unterschiedlich viel Fett in seiner Futterration.
Was du bitte nicht verwechseln solltest, ist Fett und Öl! Denn Öl dient zur Omega-3-Versorgung, während Fett als Energielieferant dient und hauptsächlich gesättigte Fettsäuren enthält. Auch solltest du tierisches Fett und kein pflanzliches Fett verwenden, da Hunde und Katzen das tierische Fett deutlich besser verwerten können.