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Hier dreht sich alles um die Ernährung von Hund und Katze

Du überlegst, deinen Hund oder deine Katze zu BARFen aber du bist dir noch unsicher? BARFen (Rohfütterung) ist gar nicht so kompliziert, man muss allerdings auf ein paar Dinge achten, damit das Tier auch wirklich mit allen Nährstoffen versorgt ist, die es benötigt. Denn es bringt auch nichts, wenn du dein Tier roh fütterst, aber die Zusammensetzung nicht stimmt. Das würde auf Dauer zu einem Nährstoffdefizit führen.
Ich erkläre dir in diesem Beitrag, wie eine BARF-Ration aufgestellt ist, worauf du achten solltest und gebe dir Tipps zur Umsetzung.
                                                               
WICHTIG: ich erkläre dir hier die Grundzusammensetzung für ausgewachsene, normalgewichtige, gesunde Tiere nach Swanie Simon! Dabei wird sich nach dem Beutetier von Hunden und Katzen orientiert. Der Bedarf bei erkrankten Tieren oder Jungtieren kann teilweise ganz anders aussehen!
Da die wenigstens von uns ihren Tieren komplette Beutetiere anbieten können, wird bei einer BARF-Ration nach Swanie Simon das Beutetier „nachgebaut“. Der „BARF-Baukasten“ sieht bei Hunden und Katzen etwas unterschiedlich aus.

Ich fange mit der Zusammensetzungen für Hunde an:

Die Futterration besteht zu 70-80 % aus einem tierischen Anteil und zu 20-30 % aus einem pflanzlichen Anteil.

Der tierische Anteil wird unterteilt in 50 % Muskelfleisch, 15 % Innereien, 20 % Pansen/Blättermagen und 15 % RFK (Rohfleischknochen).

Das Muskelfleisch sollte einen Fettanteil von 15-20 % enthalten. Sollte es mehr Fett haben, kannst du es mit einer magereren Sorte mischen. Sollte es weniger Fett haben, kannst du es mit tierischem Fett ergänzen. Das bekommst du in der Regel ebenfalls in deinem BARF-Shop.

Die Zusammensetzung der Innereien ist ebenfalls wichtig, denn sie liefern unterschiedliche Nährstoffe. Die Aufteilung der Innereien sollte im Idealfall so aussehen: 34 % Leber, 17 % Milz, 17 % Niere, 16 % Herz und 16 % Lunge.

Pansen/Blättermagen liefern keine großartig relevanten Nährstoffe, aber die meisten Hunde lieben den Geschmack und Geruch! Wenn du dich mit Pansen/Blättermagen aber schwer tust (es riecht wirklich extrem), dann kannst du ihn auch weg lassen und durch die gleiche Menge mageres Muskelfleisch ersetzen.

RFK liefern deinem Hund in erster Linie Calcium. Allerdings gibt es verschiedene Knochenarten. Es gibt die eher weicheren Knochen (z.B. vom Geflügel, wie Hühnerhälse, -karkassen -flügel) und es gibt härtere Knochen (z.B. vom Rind oder Pferd). Die härteren Knochen haben deutlich mehr Calcium, sind aber für viele Hunde, besonders kleinere Hunde, nicht gut geeignet. Wenn du lieber weichere Knochen vom Huhn oder der Pute füttern möchtest, dann erhöhe den Anteil der RFK einfach von 15 % auf 20 % und reduziere dafür den Pansen/Blättermagen von 20 % auf 15 %.

Ich empfehle dir, zwei unterschiedliche Fleischsorten zu füttern, ein helles und ein dunkles. Also zum Beispiel Huhn und Rind. Denn die verschiedenen Fleischsorten liefern teilweise unterschiedliche Nährstoffe. Und in der Natur frisst der Wildhund auch nicht immer nur Hase ;-)

Der pflanzliche Anteil kann aus reinem Gemüse bestehen (gerne verschiedene Sorten) oder auch aus 60 % Gemüse und 40 % Obst. Bei Bedarf können auch Kohlenhydrate, z.B. Kartoffeln mit in den pflanzlichen Anteil einfließen, dann wäre die Aufteilung 40 % Kohlenhydrate, 40 % Gemüse und 20 % Obst. Wichtig: Kohlenhydrate müssen immer sehr lange gekocht werden, um sie für Hunde verdaulich zu machen. Im Schnitt 3x so lang, wie für uns Menschen. Die Menge der Kohlenhydrate wird außerdem im gekochten Zustand abgewogen! Wenn also im Futterplan zum Beispiel 50g Reis steht, dann beziehen sich diese 50g auf den bereits gekochten Reis!

Um das „nachgebaute Beutetier“ nun zu vollenden, brauchst du nur noch 2-3 Nährstoffe ergänzen.
Zum einen wäre das ein hochwertiges Lachsöl oder ein 3-6-9 Öl zur Omega-3-Versorgung.
Außerdem ein Seealgenmehl zur Jodversorgung.
Du kannst deinem Hund 1x wöchentlich Fisch (z.B. Wildlachs, Forelle, Sprotten) füttern, statt der gleichen Menge Muskelfleisch. So versorgst du ihn perfekt mit Vitamin D. Wenn du keinen Fisch füttern möchtest oder kannst, dann kannst du ihn einfach mit Dorschlebertran ersetzen.

Die tägliche Gesamtfuttermenge richtet sich nach dem Körpergewicht des Hundes. Bei BARF geht man bei einem gesunden erwachsenen Hund von 2-4% aus, je nach Rasse, Größe, Temperament und Aktivität.

Beispiel erwachsener 30kg Hund:
sehr aktiv und sportlich, 4% Futtermenge: 1200g
normale Aktivität, viel draußen, 3% Futtermenge: 900g
sehr gemütlich/träge (Couchpotato), 2% Futtermenge: 600g
Du siehst also, die Mengen können stark variieren. Die Futtermenge solltest du auf deinen Hund individuell anpassen. Regelmäßiges Wiegen ist anfangs durchaus sinnvoll um das Gewicht im Auge zu behalten, bis sich die richtige Futtermenge eingependelt hat.
Da Welpen/Jungtiere und erkrankte Tiere nochmal einen ganz anderen Bedarf haben, sind diese Werte nicht auf sie übertragbar.

Die Zusammensetzung von Katzen sieht etwas anders aus:

Die Futterration besteht zu 95 % aus einem tierischen Anteil und zu 5 % aus Ballaststoffen.

Der tierische Anteil wird unterteilt in 60 % Muskelfleisch, 15 % Herz, 10 % Innereien und 10 % RFK (Rohfleischknochen).

Das Muskelfleisch sollte zum größten Teil durchwachsen sein, da Katzen ihre Energie hauptsächlich aus Fett gewinnen. Oder du wählst eine magere Sorte und ergänzt sie zusätzlich mit tierischem Fett.

Die Zusammensetzung der Innereien ist extrem wichtig. Den Hauptanteil sollte mit 50 % die Leber ausmachen. Die restlichen 50 % teilst du gleichmäßig auf Milz, Niere und Lunge auf.

Bei Katzen solltest du weiche RFK wählen, z.B. Hühnerhälse oder -karkassen. Die gibt es auch in gewolfter Form.

Auch bei Katzen empfehle ich dir, zwei verschiedene Fleischsorten zu füttern, ein helles und ein dunkles (z.B. Huhn und Rind), da sie teilweise unterschiedliche Nährstoffe liefern.

Der Ballaststoffanteil kann beispielsweise aus pürierten Möhren bestehen. Sie sorgen für eine bessere Verdauung.

Um das „nachgebaute Beutetier“ für die Katze nun zu vollenden, brauchst du nur noch 3-4 Nährstoffe ergänzen.
Zum einen wäre das ein hochwertiges Lachsöl oder ein 3-6-9 Öl zur Omega-3-Versorgung.
Außerdem ein Seealgenmehl zur Jodversorgung.
Ganz wichtig ist bei Katzen noch die Supplementierung von Taurin. Taurin ist eine Aminosäure, die für Katzen essenziell ist. Im Gegensatz zu Hunden, können sie diese nicht selbst synthetisieren und müssen sie über die Nahrung aufnehmen.
Du kannst deiner Katze 1-2x wöchentlich Fisch (z.B. Wildlachs, Forelle, Sprotten) füttern, statt der gleichen Menge Muskelfleisch. So versorgst du sie perfekt mit Vitamin D. Wenn du keinen Fisch füttern möchtest oder kannst, dann kannst du ihn einfach mit Dorschlebertran ersetzen.

Die tägliche Gesamtfuttermenge richtet sich nach dem Körpergewicht der Katze. Bei BARF geht man bei einer gesunden erwachsenen Katze von 3-4% aus, je nach Rasse, Größe, Temperament und Aktivität.
Beispiel erwachsene 4kg Katze:
sehr aktiv, lebt evtl. mit anderen Katzen zusammen und äußerst verspielt, 4% Futtermenge: 160g
normale Aktivität, 3% Futtermenge: 120g

Auch bei Katzen können die Mengen stark variieren. Die Futtermenge solltest du auf deine Katze individuell anpassen. Regelmäßiges Wiegen ist anfangs durchaus sinnvoll um das Gewicht im Auge zu behalten, bis sich die richtige Futtermenge eingependelt hat.
Da Kitten und erkrankte Tiere nochmal einen ganz anderen Bedarf haben, sind diese Werte nicht auf sie übertragbar.
                                                               
Und wäre so eine Fütterung nun wirklich bedarfsdeckend und sicher? Ja!
Ich habe mal zwei Futterpläne exakt so aufgebaut wie oben beschrieben und Energiegehalt und Nährstoffe (alle Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren) nachgerechnet. Alle Bedarfswerte (nach NRC) sind zu 100 % gedeckt! Weder unter- noch überversorgt. Da ich auch schon viele Fertigfutter überprüft und nachgerechnet habe, kann ich sagen, dass ein Großteil dieser Fertigfutter teils massive Defizite bei der Mineralstoffdeckung aufweist oder extreme ÜBERversorgungen an Nährstoffen, was auf Dauer genauso schädlich sein kann, wie eine Unterversorgung.
Bei erkrankten Tieren oder Tieren im Wachstum sieht der Energie- und Nährstoffbedarf nochmal etwas anders aus.
Da empfehle ich dir, professionelle Hilfe bei der Erstellung des Futterplans einzuholen. Du investierst dieses Geld einmalig, bekommst einen individuellen Plan der genau auf dein Tier abgestimmt ist und bist auf der sicheren Seite.

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